Familie ist nicht immer toll - von Elfenmädchen

Sophie Koch und Sören Petersen wurden an das Kelheimer-Gymnasium gerufen, weil sich eine Lehrerin große Sorgen um eine Schülerin macht. Die Lehrerin berichtet, dass das Mädchen sich sehr verändert hat in der letzten Zeit. Sie schreibt schlechtere Noten, ist ruhiger geworden und außerdem ist der Lehrerin aufgefallen, dass sie auch bei 27°C lange Pullis anhat, was sie nicht verstehen kann. Sophie und Sören merken wie beunruhigt die Lehrerin ist und gehen deshalb in die Klasse des Mädchens. Von der Lehrerin haben sie erfahren, dass sie Merle heißt, 14 Jahre alt ist und in die Klasse 8a geht. Außerdem wissen sie jetzt, dass Merle’s Eltern geschieden sind und Merle keinen Kontakt zu ihrem Vater hat. Die Klasse hat gerade Sport, deswegen gehen Sophie und Sören zur Sporthalle und erkundigen sich bei ihrem Sportlehrer, wo Merle ist. Er sagt, dass sie nicht da ist. Die Schulermittler sind überrascht und fragen ihre Klassenkameraden, wo sie sein könnte. Niemand gibt eine konkrete Antwort, doch sie sagen, dass Merle sich sehr verändert hat. Sophie und Sören rufen Susanne an und berichten ihr von den Ereignissen des Vormittags.

Als sie gerade ins Büro fahren wollen kommt ihnen ein Mädchen entgegen, dass genau zu der Beschreibung der Lehrerin passt. Sie sprechen sie an, doch sie reagiert nicht. Sie scheint völlig abwesend zu sein. Sophie ist verwundert und geht dem Mädchen nach. Erst als Sophie sie am Arm greift, bleibt das Mädchen stehen. „Hallo, ich bin Sophie Koch. Ich bin vom Amt für Jugend, Familie und Soziales. Bist du Merle?“ , sagte Sophie. Das Mädchen zögert, doch dann antwortet sie: „Ähm ja, das bin ich. Was wollen Sie von mir?“ – „Deine Lehrerin und deine Klasse machen sich Sorgen. Sie sagen, dass du dich sehr verändert hast.“ Sie sagt: „Aha!“ , dreht sich um und geht. Aber Sophie lässt nicht locker: „Wieso haust du denn jetzt ab? Hey Merle?“ – Sie antwortet nicht. Vor dem Klassenzimmer dreht Merle sich um und sagt: „Macht es Spaß mir hinterher zu rennen? Ich hab jetzt Unterricht, also können Sie mich bitte in Ruhe lassen?!“

Sophie geht zurück zum Auto und sagt Sören, dass das Mädchen total abblockt. Die Beiden beschließen zu Merle’s Mutter zu fahren, deren Adresse sie ebenfalls von der Lehrerin erhalten haben. Als sie vor der Tür stehen und klingeln macht ihnen niemand auf. Sie beschließen nochmal zur Schule zu fahren und Merle nach dem Unterricht nach Hause zu fahren. Merle ist sichtlich genervt als die Schulermittler schon wieder vor der Klassenzimmertür stehen. „Merle, wir würden dich gerne nach Hause fahren! Wir waren vorher schon bei deiner Mutter, allerdings hat uns niemand aufgemacht!“ – „Was erwarten Sie? Meine Mutter arbeitet.“

Sophie ist aufgefallen, dass Merle auch heute, an einem warmen Sommertag, einen langen schwarzen Pulli anhatte. Als sie sie darauf anspricht blockt das Mädchen wieder total ab. Bei Merle zu Hause angekommen, steigt sie aus und sagt: „Danke für’s heimfahren.“ Sie dreht sich um und geht zielstrebig auf die Haustür zu. Als sie merkt, dass Sophie und Sören ihr nachgehen, wirft sie ihnen einen genervten Blick entgegen und sagt, dass sie verschwinden sollen.

Sophie merkt, wie aufgebracht das Mädchen ist und will sie nicht alleine lassen. Doch Merle weigert sich die beiden ins Haus zu lassen. Sören geht zurück zum Auto, ruft Susanne an und sagt, dass sie die Familie mal überprüfen soll. Sie sagt, es gibt nichts auffälliges, außer dass ihre Mutter den Führerschein verloren hat, wegen Alkohol am Steuer.

Währenddessen bestätigt sich Sophie’s Verdacht. Sie fragt Merle, ob sie ihr bitte mal ihre Arme zeigen kann. Sie sagt: „Nein!“ Doch Sophie lässt nicht locker. Sie nimmt ihren Arm und drückt fest zu. Merle zuckt vor Schmerz zusammen. Nun wehrt sich das Mädchen nicht mehr und Sophie kann ihre Arme anschauen. Narben über Narben. Lauter rote Striche. Sophie fragte sie, wieso sie das macht. Daraufhin steht Merle auf und versucht zu gehen. Sophie: „Merle, du kannst nicht immer abhauen. Ich möchte dir nur helfen und das weißt du ganz genau. Du kannst mir vertrauen. Und das ist langsam kein Spaß mehr!“ Merle merkt, wie sauer Sophie mittlerweile ist und sagt, dass Sophie es sich doch selbst anschauen soll. Sie gibt ihr den Haustürschlüssel. Sophie weiß nicht, was sie erwartet und ist deswegen auch dementsprechend nervös.


Auf den ersten Blick wirkt alles normal. Sie schaut in jedes Zimmer, im dritten Zimmer sieht sie eine Frau liegen. Vermutlich Merle’s Mutter. Sie will sie ansprechen, doch dann sieht sie die ganzen Bier- und Sektflaschen. Sie merkt wie betrunken ihre Mutter ist und ruft einen Krankenwagen. Danach geht sie wieder raus und Merle ist verschwunden. Sie geht zu Sören und die beiden fahren ins Büro.

Am nächsten Tag fahren sie wieder zur Schule, doch Merle ist nicht da. Unentschuldigt. Sie fragen sich rum, doch niemand weiß etwas. Am Abend spazieren die beiden durch den Park in der Nähe des Büro’s und sehen Merle auf einer Parkbank sitzen. Neben ihr eine Rasierklinge und eine Bierflasche. Eine leere Bierflasche. Sie sitzt dort mit angewinkelten Beinen, ihr Kopf liegt auf ihnen. Sören fragt, ob sie die ganz allein getrunken hat. Sie hebt den Kopf, nickt und die Schulermittler sehen ihre verweinten Augen. Sophie setzt sich neben sie, schaut ihre Arme an. Sie sieht 2 neue, sehr tiefe Schnitte. Sie sagt: „Merle, ich habe deine Mutter gestern betrunken gesehen. Ist das jeden Tag so?“ – „Ja.“ – „Sie ist im Krankenhaus, willst du sie sehen?“ – „Nein. Ich will sie nicht mehr sehen.“ – „Wie lange geht das schon so?“ – „Seit den letzten 3 Jahren. Sie hatte zwischendurch aufgehört, aber anscheinend hat sie es nicht geschafft.“ Merle bricht weinend zusammen, Sophie nimmt sie in den Arm. Merle setzte sich wieder gerade hin und sagt: „Ich hätte es so gerne jemandem gesagt!“ Darauf antwortet Sophie: „Aber warum hast du das nicht gemacht?“ – „Ich hatte Angst. Ich habe Zettel gefunden, auf die meine Mutter geschrieben hat, dass sie sich umbringen wird, wenn ich es jemandem sage. Ich wollte das nicht.“

Sophie nimmt sie wieder in den Arm und die Schulermittler bringen auch sie ins Krankenhaus, um ihre Schnitte am Arm behandeln zu lassen.

Ein paar Tage später haben Sophie und Sören einen Therapieplatz für Merle gesucht und wollen sie nun dort hinfahren. Sophie freut sich, als sie ein kleines Lächeln auf Merle’s Gesicht sah.
3.1.12 15:31
 


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